Der zweite Meteosat Third Generation Imager (MTG‑I2) hat die finale Startkampagne begonnen. In den kommenden Tagen stehen abschließende Inspektionen und Funktionstests an, bevor der etwa 3,8 Tonnen schwere Satellit in die Nutzlastverkleidung der Ariane‑6‑Trägerrakete integriert wird. Der Start ist für Ende des Sommers vorgesehen.
MTG‑I2 ist ein geostationärer Wettersatellit und soll Europa und Nordafrika kontinuierlich beobachten. Aus seiner festen Position über dem Äquator liefert er fortlaufend Bilder und Messwerte statt einzelner Schnappschüsse. Die neue Generation verbessert Bildfrequenz und Auflösung und erweitert das Spektrum erfasster Kanäle.
Die Daten ermöglichen eine genauere Unterscheidung von Wolkenarten, Eiskristallen, Wasserdampf und Aerosolen sowie eine präzisere Erfassung von Rauch. Davon profitieren insbesondere das Nowcasting für sehr kurzfristige Vorhersagen und die Initialisierung numerischer Wettermodelle. Rasch aufeinanderfolgende Aufnahmen machen schnelle atmosphärische Entwicklungen sichtbar und schärfen Warnungen vor Starkregen, Hagel, Gewittern und lokalen Sturzfluten.
Zusätzlich unterstützt MTG‑I2 die Überwachung weiterer Phänomene wie Hitzeereignissen, Sand- und Staubtransporten aus Nordafrika, Vulkanaschewolken und großflächiger Rauchentwicklung. Mehr und bessere Satellitendaten verbessern damit das Lagebild von Wetterdiensten und erleichtern die Planung von Schutz- und Einsatzmaßnahmen.
MTG ist ein Gemeinschaftsprojekt europäischer Raumfahrt- und Wetterorganisationen. Die ESA verantwortet die technischen Entwicklungsphasen, während EUMETSAT die operativen Dienste und die Datenbereitstellung für nationale und internationale Nutzer übernimmt. Die Integration in die Ariane‑6‑Nutzlastverkleidung gilt als technischer Meilenstein: Nach intensiven Tests wird der Satellit für Transport und Start gegen Vibrationen und Umwelteinflüsse gesichert.
Vor dem Hintergrund häufiger extremer Wetterlagen in Europa steigen die Anforderungen an Beobachtung und Vorhersage. MTG‑I2 erweitert die Infrastruktur für schnellere und genauere Warnketten. Weitere Satelliten der Serie folgen, um die Beobachtungsfähigkeit auszubauen und Redundanz zu schaffen. Parallel passen Wetterzentren ihre Systeme an, damit die neuen Daten nahtlos in Modelle und Warnprozesse einfließen.
Mit dem bevorstehenden Einbau in die Verkleidung der Ariane 6 steht MTG‑I2 vor dem letzten großen Schritt auf dem Weg zum Start.
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