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Medien & Klimakommunikation

Zukunftslabor Klima

Ein erzählerischer Projektkurs für Jugendliche von 13 bis 17 Jahren: Klima verstehen, Behauptungen prüfen, faire Zukünfte entwerfen und ein eigenes lokales Projekt auf den Weg bringen.

Das nehmen Sie mit

Jugendliche erklären zentrale Klimazusammenhänge, prüfen Quellen und Zielkonflikte, denken in mehreren Zukünften und entwickeln ein sicheres lokales Klimaprojekt mit Ziel, Beteiligten, Messgröße und öffentlichem Pitch.

Sofort verfügbar. Dieser Kurs ist vollständig als Lernweg angelegt.

Lektion 1

Der Raum nach Schulschluss

Lernziel

Du unterscheidest Wetter, Klima und Klimasystem und lernst eine Gesprächsregel kennen, mit der aus Meinungen prüfbare Fragen werden.

Vier Stühle und eine echte Frage

Ein Zukunftslabor beginnt nicht mit der richtigen Antwort, sondern mit einer Frage, die niemand lächerlich macht.

Nach Schulschluss stehen im alten Werkraum vier Stühle um einen Tisch. Nika hat ein Notizbuch dabei, Leila ihr Handy, Tom einen Müsliriegel und Jun eine Karte der Stadt. Auf dem Fenster klebt ein Zettel: Zukunftslabor Klima. Tom fragt, ob das eine besonders dramatische Art von Hausaufgaben sei. Leila sagt: Nur wenn du deinen Müsliriegel zur Datenquelle erklärst. Dann wird es kurz still. Jede und jeder soll eine Frage nennen, die wirklich zählt. Nika fragt, warum der Schulhof im Juni kaum auszuhalten ist. Jun will wissen, ob eine einzelne Stadt überhaupt etwas verändern kann. Die Gruppe einigt sich auf ihre erste Regel: Niemand muss schon wissen, was stimmt. Aber jede Behauptung soll so formuliert werden, dass man sie prüfen kann. Das ist kein Trick für perfekte Noten. Es ist ein Schutz gegen laute Meinungen, schnelle Panik und das Gefühl, man könne ohnehin nichts verstehen.

Wetter ist heute, Klima ist das Muster

Wetter beschreibt einen Zustand; Klima beschreibt typische Muster und Schwankungen über lange Zeiträume.

Nika zeigt auf das Fenster. Draußen regnet es. Ist das jetzt Klima? Nein. Wetter sagt, was die Atmosphäre an einem Ort zu einer bestimmten Zeit macht: Temperatur, Wind, Wolken oder Niederschlag. Klima fragt nach den typischen Mustern über viele Jahre. Fachleute verwenden dafür häufig Zeiträume von dreißig Jahren. Sie schauen nicht nur auf Mittelwerte, sondern auch auf heiße Tage, kalte Nächte, Trockenphasen und Starkregen. Ein einzelner Schneetag widerlegt deshalb keine langfristige Erwärmung. Und ein heißer Nachmittag beweist sie nicht allein. Jun zeichnet einen Weg, der bergauf führt, während ein Hund darauf vor- und zurückläuft. Die kurzen Bewegungen sind das Wetter, die Richtung des Weges ist der längerfristige Trend. Das Bild ist nicht vollkommen, aber nützlich. Wer Wetter und Klima trennt, muss aktuelle Erlebnisse nicht kleinreden. Er ordnet sie nur ehrlich ein.

Das Klima ist ein System

Atmosphäre, Ozeane, Eis, Böden und Lebewesen beeinflussen einander – Veränderungen laufen selten in einer einzigen geraden Linie.

Tom hätte gern einen einzigen Knopf mit der Aufschrift Klima. Jun erklärt, dass es diesen Knopf leider nicht gibt. Das Klimasystem besteht aus Atmosphäre, Ozeanen, Eis, Landflächen und Lebewesen. Energie und Wasser wandern zwischen diesen Teilen. Ozeane speichern Wärme, Eis reflektiert Sonnenlicht, Pflanzen tauschen Wasser und Kohlenstoff mit der Luft aus. Eine Veränderung kann andere Veränderungen anstoßen oder bremsen. Das nennt man Rückkopplung. Systemdenken bedeutet deshalb: nicht nur nach einem Auslöser suchen, sondern Beziehungen sehen. Gleichzeitig darf das Wort komplex nicht als Ausrede dienen. Manche Grundlagen sind sehr klar. Der IPCC stellt fest, dass menschliche Aktivitäten die globale Erwärmung eindeutig verursacht haben. Komplex ist vor allem, wie sich Wirkungen regional verteilen und wie Gesellschaften darauf reagieren. Im Logbuch zeichnet die Gruppe fünf Kreise und verbindet sie mit Pfeilen. Plötzlich sieht die Frage größer aus – aber auch genauer.

Beobachtung, Vermutung, Prüfung

Drei saubere Spalten verhindern, dass eine gute Idee sich als fertige Wahrheit verkleidet.

Leila schreibt drei Wörter auf das Whiteboard: Beobachtung, Vermutung, Prüfung. Beobachtung: Der südliche Teil des Schulhofs fühlt sich mittags heißer an als der Platz unter den Bäumen. Vermutung: Schatten und Oberflächen machen einen messbaren Unterschied. Prüfung: Temperaturen zur gleichen Zeit an mehreren Stellen messen, Messort und Methode notieren und die Ergebnisse vergleichen. Schon klingt aus einem genervten Satz eine Forschungsfrage. Die Gruppe ergänzt eine vierte Zeile: Was könnte noch eine Rolle spielen? Wind, Messfehler, eine warme Wand oder die Uhrzeit. Das ist keine Einladung, jede Erkenntnis endlos zu bezweifeln. Es ist eine Methode, mögliche Erklärungen sichtbar zu machen. Gute Forschung ist nicht die Kunst, immer recht zu haben. Sie ist die Kunst, so zu arbeiten, dass andere nachvollziehen können, wie man zu einem Ergebnis gekommen ist. Diese Haltung wird das ganze Zukunftslabor begleiten.

Praxisauftrag

Eröffne dein Zukunftslabor-Logbuch. Schreibe eine Klimafrage auf, die dich wirklich betrifft. Zerlege sie in drei Spalten: Das beobachte ich; das vermute ich; das müsste ich prüfen. Suche anschließend eine Messgröße, die aus der Frage eine Untersuchung machen könnte.

Wissenscheck

  1. Worin unterscheiden sich Wetter und Klima?
  2. Warum ist eine Beobachtung noch keine Erklärung?
  3. Wie wird aus einer Meinung eine prüfbare Frage?
Das war die kostenlose Einleitung.

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