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Hitze & Dürre

Junos Mikrowellenmessungen kartieren verborgene Wärmequellen auf Io

Das Mikrowellenradiometer der NASA-Sonde Juno liefert erstmals detaillierte Karten thermischer Anomalien unter der Oberfläche des jupiternahen Vulkanmonds Io. Die Daten zeigen, wo Hitze aus der Tiefe austritt – auch dort, wo Infrarotbeobachtungen an Grenzen stoßen.

Wärmster Juli 2026 globaler Temperaturrekord
Bild: Sonne und Hitze · Climate-Academy.org · PHOTRA-Netzwerk · Climate-Academy.org Archiv

Ein Vulkanmond im Fokus

Io, der innerste der vier Galileischen Monde, gilt als vulkanisch aktivster Himmelskörper des Sonnensystems. Riesige Lavaströme und bis zu hundert Kilometer hohe Fontänen prägen seine Oberfläche. Diese anhaltende Aktivität wird vor allem durch Gezeitenkräfte angetrieben: Die starke Gravitation Jupiters und Resonanzen mit Europa und Ganymed kneten Io periodisch durch, erzeugen Reibung im Inneren und damit Wärme.

Warum Mikrowellen neue Einblicke erlauben

Bisherige Beobachtungen im sichtbaren und infraroten Spektrum erfassen vor allem frische Lava und Oberflächentemperaturen. Sie sind jedoch anfällig für Störungen durch Staub, Asche oder Plumes und reagieren sensibel auf die Beschaffenheit der obersten Bodenschichten. Das Microwave Radiometer (MWR) an Bord von Juno ergänzt diese Perspektive: Mikrowellen dringen in das Material ein und liefern Informationen über Wärmeflüsse unterhalb der Oberfläche – auch dort, wo die Sicht verdeckt ist.

So lief die Messkampagne

Während mehrerer naher Vorbeiflüge (Perijove) richtete Juno das MWR auf Io. Beim Perijove 57 am 30. Dezember 2023 lag der Schwerpunkt auf der Nordhemisphäre des Mondes; eine kurz darauf folgende Passage erweiterte die Abdeckung. Die Messspuren des Instruments überlagern sich dicht, wodurch sich die räumliche Zuordnung der Signale präzisieren lässt.

Funktionsweise des Instruments

Das MWR arbeitet auf mehreren Frequenzen. Mit zunehmender Wellenlänge nimmt die Eindringtiefe in den Untergrund zu. So lassen sich nicht nur Oberflächentemperaturen, sondern auch Temperaturgradienten in tieferen Schichten abschätzen. Auf Io hilft dieser Ansatz, thermische Anomalien aktiver Lavafelder von tieferliegend freigesetzter Wärme zu unterscheiden.

Erste Ergebnisse

Die aufbereiteten Daten zeigen ein Mosaik konzentrierter Hotspots neben ausgedehnten, schwächer erwärmten Zonen. Wiederholte Überflüge trennen kurzzeitige Eruptionen von längerfristigen Anomalien. Auffällig: Regionen, die in optischen Aufnahmen unauffällig wirken, erscheinen im Mikrowellenbild energetisch erhöht – ein Hinweis auf unterirdische Wärmequellen oder kürzlich erstarrte, noch warme Lavafelder. Diese Befunde verfeinern das Gesamtbild der Wärmeabgabe Ios und liefern Anhaltspunkte zur Verteilung geothermischer Quellen in der Kruste.

Einordnung für Planetologie und Erdbeobachtung

Io steht exemplarisch für Himmelskörper, deren innere Aktivität durch äußere Gravitationswechselwirkungen gespeist wird. Ein besseres Verständnis der räumlich-zeitlichen Wärmeverteilung schärft Modelle auch für andere Monde wie Europa oder Enceladus. Methodisch zeigt die Studie die Übertragbarkeit von Fernerkundung: Mikrowellenmessungen sind in der Erdsystemforschung etabliert, etwa zur Bestimmung von Bodenfeuchte, Meereisdicke oder oberflächennahen Temperaturprofilen. Das Prinzip, verborgene Wärme mithilfe unterschiedlicher Eindringtiefen sichtbar zu machen, verknüpft Planetenforschung und Klimabeobachtung.

Ausblick

Die vorliegenden MWR-Daten sind ein erster Baustein. Weitere Überflüge und die Kombination mit Infrarot-, sichtbaren und Partikelmessungen sollen ein vollständigeres thermisches Inventar liefern. Ein multiparametrischer Ansatz ermöglicht nicht nur die Kartierung aktiver Vulkane, sondern auch eine bessere Abschätzung der gesamten Wärmebilanz von Io – zentral für das Verständnis seiner inneren Dynamik.

Climate Academy Redaktion · Artikel mit KI-Unterstützung
Originalquelle

NASA Earth Observatory / Earth Science

Die Originalquelle ermöglicht die Prüfung des Ausgangsmaterials und möglicher Aktualisierungen.

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