Der Weltklimarat IPCC hat die Anmeldung für Fachgutachterinnen und Fachgutachter geöffnet, die den ersten Entwurf (First Order Draft, FOD) des Beitrags von Arbeitsgruppe I (WG I) zum siebten Sachstandsbericht (AR7) prüfen wollen. WG I behandelt die physikalischen Grundlagen des Klimawandels – von Beobachtungen und Prozessen bis zu Projektionen.
Wer kann mitmachen? Eingeladen sind qualifizierte Fachleute aus Forschung und Lehre, Behörden, Nichtregierungsorganisationen sowie anderen relevanten Bereichen mit spezifischer Expertise zu den Kapitelthemen. Angestrebt ist eine breite, internationale Beteiligung. Beiträge aus dem globalen Süden sind besonders willkommen, um unterschiedliche Datenlagen und Perspektiven einzubringen.
Ablauf der Begutachtung
In der ersten Review-Phase prüfen Expertinnen und Experten den kompletten Entwurf: Aussagen, Methoden, Zitate, Tabellen und Abbildungen. Kommentare werden strukturiert eingereicht und den betreffenden Textstellen zugeordnet. Die Autorenteams werten die Rückmeldungen aus, überarbeiten den Text und begründen Änderungen oder Beibehaltungen. In späteren Runden kommen Regierungsstellen hinzu; kombinierte Reviews von Fachcommunity und Regierungen folgen. Ziel ist wissenschaftliche Stringenz, Nachvollziehbarkeit und Fehlerkorrektur.
Formale Vorgaben und Transparenz
Zur Teilnahme sind Registrierung, Angaben zur fachlichen Eignung und eine Erklärung zu möglichen Interessenkonflikten erforderlich. Kommentare werden über die vom IPCC bereitgestellte Plattform eingereicht. Üblicherweise veröffentlicht der IPCC Übersichten der Kommentare und autorenseitigen Antworten, um den Weg von Einwänden zu Anpassungen transparent zu machen.
Warum diese Phase wichtig ist
Der FOD legt die Basis für die weiteren, politisch relevanteren Berichtsbestandteile. Die physikalischen Befunde von WG I sind grundlegend für Attributionsstudien, Emissionspfade und Risikobewertungen. Eine breite, qualifizierte Prüfung erhöht die Wahrscheinlichkeit, Unsicherheiten korrekt zu beschreiben und neue Forschung angemessen einzuordnen.
Relevanz für Praxis und Politik
Aussagen zu Wärmeextremen, Meeresspiegelanstieg, Eisbedeckung oder atmosphärischen Rückkopplungen fließen später in Risikoanalysen, Anpassungspläne und Minderungsstrategien ein. Je belastbarer die physikalische Grundlage, desto tragfähiger sind Entscheidungen in Verwaltung, Wirtschaft und Politik.
Vielfalt und regionale Abdeckung
Daten- und Forschungslücken bestehen in einigen Weltregionen. Eine vielfältige Gutachterbasis hilft, regionale Expertise einzubringen, Interpretationen zu schärfen und Beobachtungsprogramme besser abzubilden. Die Teilnahme eröffnet zudem insbesondere jungen Forschenden Einblicke in internationale Bewertungsprozesse.
So beteiligen sich Interessierte
Erforderlich sind die Registrierung auf der IPCC-Plattform, Angaben zu Qualifikationen und das Offenlegen möglicher Interessenkonflikte. Der IPCC stellt Leitlinien bereit, damit Kommentare präzise, belegbar und kapitelgenau erfolgen. Empfehlenswert sind klare Verweise auf Manuskriptabschnitte und Quellen, damit Autorenteams zielführend reagieren können.
Nächste Schritte
Nach der Auswertung der Expertinnen- und Expertenkommentare folgen weitere Review-Runden, einschließlich Regierungsbeteiligung. Der iterative Prozess erstreckt sich über mehrere Stufen und endet mit der Verabschiedung der Berichtsbeiträge in den zuständigen Gremien.
Warum Mitwirkung lohnt
Die Begutachtung bietet die Möglichkeit, die Darstellung wissenschaftlicher Erkenntnisse zu schärfen. Forschende können Ergebnisse präzisieren oder alternative Erklärungen einbringen; Anwenderinnen und Anwender aus Praxis und Politik stellen sicher, dass zentrale Entscheidungsfragen adressiert werden. Ein gründlicher Review erhöht die Robustheit des Berichts – und damit seine Tragfähigkeit für langfristige Klimaschutz- und Anpassungsentscheidungen.
IPCC
Die Originalquelle ermöglicht die Prüfung des Ausgangsmaterials und möglicher Aktualisierungen.
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