Einordnung und Ziel der Veranstaltung
Am 24. März 2026 bot der Copernicus-Dienst eine kompakte Schulung für Datenjournalistinnen und -journalisten an. Im Fokus standen der praxisnahe Zugang zu Klima- und Atmosphärendaten sowie Methoden, um daraus nachvollziehbare, belastbare Geschichten für die Berichterstattung zu entwickeln.
Warum das für Redaktionen zählt
Klimathemen sind datengetrieben: Trends, Extreme oder Luftqualität erfordern geprüfte Messreihen, Modellprodukte und deren korrekte Interpretation. Die Schulung zeigte Wege, komplexe Quellen effizient zu erschließen und Inhalte so aufzubereiten, dass Leserschaften Orientierung erhalten, ohne zentrale Unsicherheiten zu überdecken.
C3S und CAMS im Überblick
Der Copernicus Climate Change Service (C3S) liefert langfristige Klimainformationen, etwa globale und regionale Temperaturdaten, Klimaanalysen und Indikatoren für Trendbewertungen. Der Copernicus Atmosphere Monitoring Service (CAMS) überwacht die Zusammensetzung der Atmosphäre, darunter Luftschadstoffe und Spurengase, und bietet Vorhersagen zur Luftqualität. Die Daten sind über den Climate Data Store (CDS) und den Atmosphere Data Store (ADS) verfügbar.
Werkzeuge für den Redaktionsalltag
Vorgestellt wurde unter anderem die Anwendung Climate Pulse mit täglichen Karten und Diagrammen zu globalen Oberflächenluft- und Meeresoberflächentemperaturen. Ergänzend bieten die Data Stores vollständige Datensätze zum Download für eigene Analysen.
Ablauf und Materialien
Die Agenda kombinierte Einführungen, aufgezeichnete Präsentationen und interaktive Tutorials. Erläutert wurden Aufbau der Datenbanken, Such- und Downloadprozesse sowie Beispielanalysen. Referentinnen und Referenten: Mark Parrington (Einführung zu CAMS), Julien Nicolas (Einführung zu C3S) und Anna Lombardi (Best Practices für Visualisierung). Aufzeichnungen, Präsentationen, Jupyter-Notebook-Tutorials und eLearning-Module stehen bereit.
Technische Voraussetzungen
Empfohlen wird vorab die Einrichtung eines ECMWF-Kontos. Es ermöglicht Downloads aus den Data Stores und den Zugriff auf weiterführende Trainingsmaterialien. Für den Einstieg genügen Grundkenntnisse in Datenanalyse-Tools; die Jupyter-Notebooks führen Schritt für Schritt vom Datenladen bis zur Visualisierung.
Visualisierung: Standards für klare Aussagen
Zentrale Leitlinien waren klare Achsenbeschriftungen, die Darstellung von Unsicherheiten, geeignete Farbschemata für Wahrnehmbarkeit und Barrierefreiheit sowie das Vermeiden irreführender Skalen. Gezeigt wurden Beispiele für gut lesbare Zeitreihen, konsistente Kartenlegenden und Hinweise auf typische Fehlinterpretationen. Ziel ist Transparenz über Befunde und Unsicherheiten.
Von der Recherche zur Geschichte
Für tagesaktuelle Berichte eignen sich aktuelle Wetter- und Temperaturkarten; historische Reihen stützen Trendanalysen; modellgestützte Vorhersagen helfen bei Einschätzungen zur Luftqualität. Durch die Kombination von C3S- und CAMS-Produkten lassen sich Verbindungen zwischen langfristigen Klimatrends und kurzfristigen atmosphärischen Ereignissen aufzeigen.
Weitere Angebote und Kontakt
Alle Materialien einschließlich Präsentationen und Aufzeichnung sind abrufbar. Zusätzliche MOOCs und Jupyter-Notebooks unterstützen das vertiefende Selbststudium. Rückfragen sind per E-Mail an copernicus-press@ecmwf.int möglich.
Nächste Schritte für Redaktionen
Kurzfristig: ECMWF-Konto anlegen, Aufzeichnung ansehen, ein bis zwei Jupyter-Notebooks durcharbeiten und erste Datensätze herunterladen. Mittelfristig: Visualisierungsstandards redaktionsweit verankern und datengetriebene Fragestellungen systematisch mit C3S- und CAMS-Daten untermauern.
Copernicus Climate Change Service
Die Originalquelle ermöglicht die Prüfung des Ausgangsmaterials und möglicher Aktualisierungen.
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