Im Vorfeld der 9. Generalversammlung des Copernicus Climate Change Service (C3S) kamen am 3. Juni 2026 in Budapest nationale Vertreterinnen und Vertreter zum fünften National Collaboration Programme (NCP) Forum zusammen. Im Mittelpunkt stand die Frage, wie Klimainformationen zielgerichtet in der Praxis eingesetzt werden können.
Das Forum diente als Arbeitsplattform für Expertinnen und Experten aus Behörden, Wissenschaft, Dienstleistungssektor und Anwenderkreisen. Es sammelte Rückmeldungen an C3S, bündelte Bedarfe der Nutzerinnen und Nutzer und half, Prioritäten für künftige NCP-Aktivitäten zu setzen. Gleichzeitig wurden Vernetzungen vertieft und Ansatzpunkte für Folgeprojekte konkretisiert.
Thematische Schwerpunkte waren der Start neuer NCP-Projekte und die Anpassung bestehender C3S-Angebote an nationale Anforderungen. Genannt wurden u. a. lokalere Klimaprojektionen, verbesserte Indikatoren zu Extremereignissen, sektorspezifische Datensätze für Energie, Wasser und Landwirtschaft sowie Maßnahmen zum Kapazitätsaufbau. Posterbeiträge aus der parallel tagenden Generalversammlung veranschaulichten die Bandbreite – von praxisnahen Auswertungen bis zu Kommunikationsformaten, die komplexe Informationen leichter zugänglich machen.
Die Postersessions verstanden sich als offene Werkstatt: Teilnehmende aus verschiedenen Ländern verglichen Erfahrungen zu Datenaufbereitung, Visualisierung und Bereitstellung klimarelevanter Größen. Daraus entstanden Impulse für technische Verbesserungen ebenso wie Vorschläge für Trainingsangebote und zielgruppengerechten Outreach.
Für Behörden, Planungsbüros und Unternehmen sind robuste Referenzdaten, Langzeitreihen und abgeleitete Indikatoren eine Grundlage, um Risiken zu bewerten und Anpassungsmaßnahmen vorzubereiten. Die NCPs übersetzen diese Basis in kontextspezifische Produkte – etwa regionale Karten, sektorspezifische Dashboards oder standardisierte Berichtsformate für Entscheidungsprozesse.
Ein zentrales Ergebnis: Klimainformation entfaltet ihre größte Wirkung, wenn Anwenderinnen und Anwender früh einbezogen werden. Co-Produktion erhöht Relevanz und Akzeptanz. NCPs vermitteln dabei zwischen C3S und nationalen Nutzergruppen, identifizieren Fragestellungen, testen Prototypen und speisen Rückmeldungen in die Weiterentwicklung ein.
Neben technischen Lösungen rückten Kommunikationswege und Kompetenzaufbau in den Fokus. Mehrere Länder meldeten Bedarf an Schulungen für Behördenpersonal, passgenauen Lehrmaterialien und verständlichen Visualisierungen, um Unsicherheiten transparent zu vermitteln. Öffentlichkeitswirksame Formate sollen zudem neue Zielgruppen erreichen – von kleinen und mittleren Unternehmen bis zu lokalen Verwaltungen und Nichtregierungsorganisationen.
Angesichts häufiger und intensiver auftretender Extremereignisse wächst die Nachfrage nach detaillierten, lokal anwendbaren Daten. Nationale Netzwerke helfen, Modelle zu lokalisieren, Datenquellen zu kombinieren und konkrete Handlungsempfehlungen abzuleiten. Das erhöht den Nutzwert für Risikoanalysen, Infrastrukturplanung und Katastrophenvorsorge.
Das 5. NCP-Forum bestätigte die Rolle nationaler Kollaborationsprogramme als Scharnier zwischen dem europäischen Klimaservice und der Anwendung vor Ort. Die diskutierten Themen und gestarteten Projekte setzen die Leitplanken für die nächste NCP-Phase: technische Verbesserungen mit gezieltem Outreach verbinden, Nutzerfeedback systematisch integrieren und Bedarfe aus verschiedenen Sektoren erfassen. So können Klimadaten verlässlicher in politische und betriebliche Entscheidungen einfließen. Für Entscheidungsträgerinnen und -träger heißt das: besserer Zugang zu passenden Datensätzen, Unterstützung beim Umgang mit Unsicherheiten und konkrete Werkzeuge zur Reduktion von Klimarisiken.
Copernicus Climate Change Service
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