UNCCD-COP17 ohne verbindlichen Dürre-Rahmen
Die 17. Vertragsstaatenkonferenz der UN-Konvention zur Bekämpfung der Desertifikation (UNCCD) in Ulaanbaatar ist ohne internationales Abkommen zur Prävention und Steuerung von Dürren zu Ende gegangen. Zwar sagten Delegationen zusätzliche Mittel für Landrestaurierung und Resilienz zu, doch blieben Fragen zur Verbindlichkeit, zu Finanzierungsmechanismen und zu internationalem Monitoring offen. Das World Resources Institute spricht von einem Teilerfolg bei der Mobilisierung von Mitteln, bemängelt jedoch das Fehlen eines kohärenten globalen Ansatzes gegen Dürre.
NGO Zero drängt auf nationales Programm
Vor diesem Hintergrund fordert die portugiesische Umweltorganisation Zero die Regierung in Lissabon auf, das nationale Aktionsprogramm zur Bekämpfung der Desertifikation noch in diesem Jahr abzuschließen. Gefordert werden konkrete Ziele, messbare Indikatoren, Zeitpläne und eine gesicherte Finanzierung. Nach Angaben der Organisation ist ein großer Teil des portugiesischen Festlands gefährdet. Priorität hätten präventive Maßnahmen, die Wasser sparen, Böden stabilisieren und die Landnutzung an wiederkehrende Trockenphasen anpassen.
Warum nationale Strategien jetzt zentral sind
Ohne globalen Rechtsrahmen rücken nationale und regionale Strategien in den Vordergrund. Entscheidungen über Wasserallokation, Agrarförderungen, Aufforstungsprogramme und Erosionsschutz liegen bei den Regierungen. In Portugal betrifft dies unmittelbar die Trinkwasserversorgung, den Bewässerungsbedarf, Ernteausfälle und das Waldbrandrisiko. Prävention kann langfristig Kosten senken: Investitionen in wassersparende Technik und Bodenaufbau mindern Ernteverluste, reduzieren die Anfälligkeit gegenüber Extremereignissen und verringern Ausgaben für Notfallmaßnahmen.
Prävention mit hoher Priorität
Genannte Hebel für Portugal:
– Wassersparende Bewässerung: Modernisierung bestehender Systeme, Tropf- und Präzisionsbewässerung sowie Defizitstrategien zur Reduktion des Wasserverbrauchs bei stabilen Erträgen. – Bodenschutz und Agrarökologie: Reduzierte Bodenbearbeitung, Mulchen, Fruchtfolgen, Zwischenfrüchte und humusaufbauende Praktiken zur Stabilisierung der Böden und zur Erhöhung des Wasserspeichervermögens. – Angepasste Landnutzung: Wechsel zu dürreresistenteren Kulturen, Förderung von Agroforstsystemen und angepasste Beweidung zur Entlastung von Böden und Wasserressourcen. – Aufforstung und Landschaftsrestauration: Ökologisch geplante Aufforstung, Renaturierung von Feuchtgebieten und Erosionsbarrieren für besseren Wasserrückhalt. – Wassermanagement und Infrastruktur: Regenwassernutzung, künstliche Grundwasseranreicherung, Aufbereitung und Wiederverwendung sowie intelligente Verteilungssysteme für Trockenzeiten.
Monitoring und Frühwarnsysteme
Langfristig stärken Investitionen in Monitoring und Daten die Handlungsfähigkeit. Satellitengestützte Beobachtung, Bodenfeuchtesensoren, regionalisierte Wetterprognosen und standardisierte Dürreindikatoren ermöglichen frühzeitige Reaktionen. Ein transparentes Berichtswesen erleichtert die Bewertung von Maßnahmen und die Abstimmung zwischen Landwirtschafts-, Wasser- und Forstbehörden.
Finanzierung und Governance
Zero fordert klare Finanzierungswege: etwa einen nationalen Fonds für Landrestaurierung, gezielte Förderprogramme für Betriebe, Anreize für nachhaltige Bewirtschaftung und Versicherungen gegen Ertragsausfälle. Nötig sind zudem vernetzte Strukturen: interministerielle Koordination, Einbindung lokaler Behörden, Dialog mit Gemeinden und Beteiligung der Zivilgesellschaft, um Akzeptanz und Umsetzbarkeit zu erhöhen.
Soziale Dimension und Risiken von Fehlanreizen
Klimaanpassung hat soziale Folgen. Besonders kleinere Betriebe, saisonale Arbeitskräfte und marginalisierte Gemeinden tragen hohe Risiken. Politik kann Belastungen abfedern, Qualifizierung fördern und Perspektiven für ländliche Räume stärken. Zugleich gilt es, Fehlanreize zu vermeiden, etwa durch monokulturelle Aufforstungen mit ungeeigneten Arten oder Subventionen für wasserintensive Kulturen.
Kurzfristige Schritte
Schnell umsetzbar sind geöffnete Förderlinien für wassersparende Technik, erweiterte Beratungsangebote, koordinierte Dürre-Frühwarnpläne und Pilotprojekte in besonders gefährdeten Regionen. Mittelfristig braucht es Programme zur Boden- und Landschaftsrestauration, flankiert von klaren gesetzlichen Vorgaben und transparenter Finanzierung.
Politischer Handlungsbedarf bleibt
Das Ausbleiben eines internationalen Dürre-Rahmens entbindet nationale Regierungen nicht von Verantwortung. Für Portugal bedeutet dies, ein robustes, ambitioniertes Aktionsprogramm aufzulegen, das Landwirtschaft, Wälder, Trinkwassersicherheit und ländliche Lebensgrundlagen schützt. Resilienz entsteht durch langfristige Planung, abgestimmte Sektorpolitik und gesicherte Mittel.
Länderblick Portugal
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