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Feuer & Wälder

Waldstörungen treiben Europas Oberflächentemperaturen hoch – Erholung hängt von Ausmaß, Schwere und Bestandsstruktur ab

Satellitenanalysen zeigen: Stürme, Insektenbefall, Feuer und Rodungen erhöhen die Landoberflächentemperatur in Europas Wäldern. Wie stark und wie lange, bestimmen vor allem Flächenausmaß, Schwere des Schadens und Waldeigenschaften.

Europas Wälder Biomasseverlust seit 2018
Bild: Wald und Natur · Climate-Academy.org · PHOTRA-Netzwerk · Climate-Academy.org Archiv

Europaweite Auswertungen, die Satellitenmessungen der Landoberflächentemperatur mit umfangreichen Störungsdaten verknüpfen, zeigen: Stürme, Insektenkalamitäten, Feuer und Rodungen heizen Waldflächen spürbar auf. Die Stärke des Effekts und die Dauer bis zur Abkühlung hängen vor allem von der Größe und Schwere der Störung sowie von Eigenschaften des Bestands ab.

Warum gestörte Wälder wärmer werden

Wenn Kronendächer aufreißen oder absterben, erreicht mehr Sonnenstrahlung den Boden, Schatten geht verloren und die Transpiration der Vegetation sinkt. Das erhöht die Oberflächentemperatur, besonders während der Vegetationsperiode. Über große Regionen hinweg zeigen Satellitendaten ein konsistentes Muster: Frisch gestörte Flächen sind deutlich wärmer als intakte Wälder.

Ausmaß und Schwere bestimmen die thermische Signatur

Kleine, verstreute Lücken erzeugen eher lokale Erwärmung. Großflächige Schäden dagegen schaffen ausgeprägte Wärmeinseln, die über Wochen bis Jahre bestehen können. Schwere Störungen mit starkem Kronenverlust verstärken den Effekt und verzögern die Abkühlung, weil Wiederbegrünungsprozesse gebremst werden und mehr Strahlung ungehindert auf den Boden trifft.

Waldeigenschaften steuern die Erholung

Bestände mit schneller natürlicher Verjüngung oder aktiver Wiederaufforstung gewinnen zügig Blattfläche zurück – und damit Kühlung durch Beschattung und Transpiration. Baumarten mit raschem Kronenaufbau beschleunigen die Rückkehr zu früheren Temperaturverhältnissen. Lichte, langsam wachsende Bestände halten die Erwärmung länger aufrecht. Zusätzlich beeinflussen Alter, Bestockungsdichte und Bodenverhältnisse die Wasserverfügbarkeit und damit die Verdunstungskühlung.

Saisonale und regionale Unterschiede

Während der Vegetationsperiode ist der Erwärmungseffekt am stärksten, weil der Kontrast zwischen intakter Transpiration und offenen Flächen maximal ist. In Regionen mit regelmäßigem Schneefall kann der Verlust der Krone im Winter lokal zu höherer Albedo und kurzfristiger Abkühlung führen. Ein einheitliches Jahreszeitenmuster ergibt sich nicht: Im Sommer dominiert häufig die Erwärmung, im Winter können gegenläufige Effekte auftreten.

Rolle von Landnutzung und Management

Ob Flächen rasch wiederbewaldet werden oder in andere Nutzungen übergehen, prägt das Mikro- und Mesoklima. Intensive Holznutzung, großflächige Abholzung oder Umwandlung in Landwirtschaft verzögern die Wiederherstellung der kühlenden Vegetationsdecke. Naturnahe Aufforstung und strukturelle Vielfalt – etwa Mischwälder statt Monokulturen – fördern die Abkühlung nach Störungen.

Folgen für Klimaanpassung und Gesundheit

Wenn die Kühlleistung von Wäldern durch Störungen abnimmt, steigt die Hitzebelastung für Ökosysteme und angrenzende Siedlungen. Wälder liefern nicht nur Kohlenstoffspeicherung, sondern auch wirksame Beschattung und Verdunstungskühlung – Leistungen, die bei Planung und Anpassungsstrategien berücksichtigt werden sollten.

Ansätze für die Praxis

Prävention und schnelle, ökologisch durchdachte Reaktion zahlen sich aus: Resiliente Mischbestände, kontinuierliche Pflege, Eindämmung von Borkenkäferausbreitung und standortgerechte, klimapassende Baumartenwahl verringern das Risiko großer, schwerer Ausfälle. Nach Störungen beschleunigen Wiederbepflanzung und Strukturvielfalt die Rückkehr der Kühlfunktionen. Räumliche Planung sollte große zusammenhängende Kahlflächen vermeiden.

Ausblick

Die Kombination aus Fernerkundung und Störungsdaten erlaubt es, die Klimadienstleistungen von Wäldern – insbesondere ihre Kühlwirkung – gezielt zu quantifizieren und zu schützen. Angesichts zunehmender Extremereignisse sollten thermische Effekte von Waldstörungen in Klimafolgenabschätzungen und adaptive Forststrategien einfließen.

Climate Academy Redaktion · Artikel mit KI-Unterstützung
Originalquelle

Nature Geoscience

Die Originalquelle ermöglicht die Prüfung des Ausgangsmaterials und möglicher Aktualisierungen.

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