Start von CARRA2
Der Copernicus Climate Change Service (C3S) führt die nächste Generation seiner arktischen Reanalyse ein. CARRA2 deckt die gesamte Arktis sowie angrenzende Regionen in einem 2,5‑km‑Gitter ab. Der Datensatz beginnt im September 1985 und wird laufend bis zur Gegenwart fortgeführt.
Abdeckung, Auflösung und Aktualisierung
Die hohe räumliche Auflösung verbessert die Darstellung von Gebirgen, Gletschern, Küsten- und Inselstrukturen sowie mesoskaligen Wettermustern gegenüber bisherigen pan‑arktischen Produkten. Aktualisierungen erscheinen monatlich mit einer Verzögerung von weniger als drei Monaten. Zum Zeitpunkt der Veröffentlichung stehen 24 Jahre an Daten bereit, bereitgestellt in acht Drei‑Jahres‑Paketen; weitere Jahrgänge folgen schrittweise.
Datenzugang
CARRA2 ist über den Copernicus Climate Data Store (CDS) verfügbar. Die Bereitstellung erfolgt in standardisierten Formaten mit Metadaten zur Nutzung und Qualitätssicherung. Die gestaffelte Veröffentlichung erleichtert inkrementelle Analysen und Qualitätskontrollen, bis der vollständige Langzeitdatensatz ohne Brüche vorliegt.
Methodik
Reanalysen verbinden Modellvorhersagen mit Beobachtungen mittels Datenassimilation. CARRA2 zielt auf physikalische Konsistenz zwischen Atmosphärenvariablen und liefert damit multivariate, räumlich und zeitlich konsistente Zeitreihen für Temperatur, Wind, Niederschlag, Feuchte und weitere Größen. Die hohe Auflösung erfordert umfangreiche Rechenressourcen und eine sorgfältige Aufbereitung von Beobachtungen, insbesondere in Höhenlagen und an Küsten.
Anwendungen
CARRA2 unterstützt Klimaforschung, Hydrologie, Gletscher‑, Meereis‑ und Permafrostforschung sowie behördliche Planung. Beispiele sind Trendanalysen, Untersuchungen zu Extremereignissen, die Kalibrierung und Validierung regionaler Klima‑ und hydrologischer Modelle sowie meereisphysikalische Simulationen. Für Schifffahrt, Küstenschutz und Gefahrenanalysen verbessert die Reanalyse die Randbedingungen für Planung und Betrieb.
Workshop im Juni
Ein CARRA2‑Nutzer‑Workshop findet am 10. Juni (ab 13:00 CEST) und 11. Juni (bis 15:00 CEST) statt – vor Ort und per Livestream. Auf dem Programm stehen Einführungen in Datenstruktur und Zugriff im CDS, Anwendungsbeispiele, Hinweise zur Kombination mit lokalen Messreihen und Satellitendaten sowie Fragerunden zu Datenqualität, Parametern und Schnittstellen.
Copernicus Climate Change Service
Die Originalquelle ermöglicht die Prüfung des Ausgangsmaterials und möglicher Aktualisierungen.
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